Genetik und Vererbung

Zuerst muss unterschieden werden zwischen Phönotyp = die tatsächliche Farbe des Tieres (also was man sieht) und Genotyp = was das Tier trägt (was man nicht sieht). Der Genotyp wird herausgefunden durch die Vorfahren und / oder Nachkommen eines Tieres. Um das Ganze deutlich darstellen zu können werwendet man national einheitliche Erbformeln die wie folgt aufgebaut sind:

 

Sie bestehen aus 5 Allelen, die mit verschiedenen Buchstaben dargestellt werden

Dominanz

Es gibt dominante Gene und rezessive. Dominante Gene können nicht getragen werden, da sie durch die Dominanz zum Vorschein kommen würden! Daher kann eine rezessive Farbe nur vorliegen, wenn sie sowohl im Phäno- als auch Genotyp vorhanden ist!

rezessiv x rezessiv kann nur rezessiv geben!

 

In der folgenden Auflistung ist die Reihenfolge der Dominanz von oben nach unten (jeweils der erste Buchstabe der Reihen ist also immer das Dominanteste)

Beide Eltern geben jeweils eine Genreihe (jeweils einen Buchstaben aus jeder Reihe) an die Nachkommen weiter, als Beispiel eine Verpaarung von rein Havanna x Blau-Sallander:

Havanna (A/A B/B c/c D/D g/g) x Blau-Sallander (achi/achi b/b C/C d/d g/g)

die Jungtiere sind dann: A/achi B/b C/c D/d g/g

Begründung:

A im Phänotyp weil es dominant ist, sie tragen aber das achi der Mutter - dasselbe mit den anderen Reihen. Diese Babys wären also schwarz, könnten aber selbst sehr viele Farben bringen, weil sie viel tragen

A-Reihe

A = Vollfarbe

achi = Teilalbino (vermindert Rot und Gelb Ausprägung): Sallander anstatt Thüringer; Rhön statt Japaner; Chinchilla statt Wild

am = Siam und Marder

an = Russenfaktor

a = Albino


B-Reihe

B = Vollfarbe

bj = Japaner und Dreifarbig

b = Thüringer (und alles thüringer basierte)


C-Reihe

C = kein Havanna

c = Havanna (-basiert)


D-Reihe

D = kein Blau

d = Blau (-basiert)


G-Reihe

G = Wild (-basiert)

go = Loh; Otter; Weißgranne

g = nicht wild (-basiert)

Durch Kombinationen entstehen verschiedene Farben, bekannte sind: (Erbformeln vom Phänotyp)

 

Feh: Kombinaton aus Havanna und Blau (A B c d g)

Gelb: Thüringer wildbasiert (A b C D G)

Isabell: Thüringer blaubasiert (A b C d g) - Mignon/Fawn wäre Gelb blaubasiert (A b C d G)

Orange: Thüringer havannabasiert (A b c D g)

Separator: Thüringer Feh basiert (A b c d g)

 

Als Sallander würde sich die A-reihe verändern (also Rot und Gelb vermindert wird):

aus Isabell wird Blau-Sallander, wenn A zu achi wird

aus Orange wird Havanna-Sallander, wenn A zu achi wird

aus Separator wird Feh-Sallander, wen A zu achi wird

 

Bei Japanern verändert sich die B-Reihe zu bj, viele Japaner sind G, also wildbasiert und es ist schwer zu erkennen, wenn es nicht genetisch eindeutig ist (ein Elternteil muss auch G haben, damit es vorhanden sein kann):

normal Japaner (schwarz basiert): A bj C D g oder G

Blau-Japaner: A bj C d g oder G

usw...

 


Alle prozentualen Wahrscheinlichkeitsangaben sind immer auf 100 Jungtiere bezogen!

 

Es kann also sein, dass man mit einem 6er Wurf in der einen Hälfte der 100 Jungtiere liegt und beim nächsten Mal in der Anderen o.ä

Beispiel: ein Tier in Havanna (c/c) und ein Tier in Schwarz, trägt Havanna (C/c):

 

c/c x C/c = Wahrscheinlichkeit 50% schwarze Babys, 50% havanna Babys

 

1. Wurf: 6 Babys, alle Havanna (da aus den wahrscheinlich 50 Jungtieren der "havanna Seite")

2. Wurf: 3 Schwarze, 3 Havanna Babys (genau wie die Wahrscheinlichkeit)

3. Wurf: 6 Babys, alle Schwarz (da aus den wahrscheinlich 50 Jungtieren der "schwarzen Seite")


Leuzismus

Ein Kaninchen in Weiß mit blauen Augen hat die Abkürzung x/x in der Genformel.

Diese Kaninchen können theoretisch jede Farbe haben, man sieht es nur nicht, da es vom Weiß "überdeckt" wird. So hatte ich z.B eine weiße Häsin mit folgender Genformel: A/? b/b C/? d/d go/g = Isabell Otter

Man kann es durch die Eltern und/oder durch Verpaarungen herausfinden.


Scheckungen / Zeichnungen

 

Punkt- und Mantelschecken: K = gescheckt ; k = einfarbig

normaler Typschecke = Kk

Wichtig!: Es dürfen keine K-Schecken miteinander verpaart werden, da folgendes der Erbgang wäre:

 

Kk x Kk = 50% Kk (gescheckt) ; 25% kk (einfarbig) ; 25% KK (weißling - selten überlebensfähig, sie werden meistens etwa 3-4 Monate alt)

 

WO (Weiß Ohr) Scheckung gehört auch zu den K-Schecken!


Holländer: diese Scheckung wird mit s = Holländer (Holli) oder S = nicht Holli  vermerkt

Leider ist diese Scheckung noch nicht ganz erforscht. Feststeht: es müssen mehrere Faktoren zusammentreffen, damit eine Holli Scheckung auftreten kann.

Es muss von beiden Eltern getragen werden, um beim Nachwuchs aufzutreten!

Da bei den Zwergwiddern das Holländergen mit dem Leuzismus gekoppelt ist (daher die blauen Augen bei Hollis), können auch immer Weiß BA Babys fallen, bei der Verpaarung von Hollis.

 

Da mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, ist es immer etwas "Zufall", hier ein Beispiel, welches ich schon oft erlebt habe: Beide Eltern sind Holli und haben zusammen folgende Würfe:

  • 1: 6 Babys, alle farbig und Holländer Schecken
  • 2: 5 Babys, 4 Weiße und 1 Holli
  • 3: 5 Babys, 1 Weißes und 4 einfarbige mit braunen Augen

Man sieht also, es ist ziemlich zufällig und unterschiedlich! (vermutliche Wahrscheinlichkeiten bei der Verpaarung von Holli x Holli: 50% Holli, 25% Weiß BA, 25% einfarbig)

 

Nun noch zu der Frage: Ab wann hat ein Kanichen die Holli Scheckung:

Auch hier gehen die Meinungen auseinander und da es bei den Zwergwiddern im Verein keine anerkannte Scheckung ist, gibt es keine genauen Vorgaben.

Ich bin nach einigen Jahren Erfahrungen sammeln zu dem persönlichen Entschluss gekommen, dass genetisch gesehen ein Tier dann als Holli Schecke gilt, wenn die Augen Blau (oder MA = Mischaugen) sind.

Dafür muss irgendwo ein weißes Abzeichen vorhanden sein, z.B ein weißer Zeh, ein mini Stern (so etwas kann später nicht mehr zu sehen sein, wenn nur einzelne Haare betroffen waren, aber trotzallem ist es dann genetisch vorhanden!), o.ä.

 

Typische Abzeichen sind: weiße Pfoten/Zehen, Weiße Nase, Weiße Blesse, Stern, weißer Kragen (oder teile davon, wie Schulter etc)

 


Farbbezeichnungen Deutsch : Englisch

Deutsch (Zwergwidder)

Englisch (Mini Lop)

Genformel Phänotyp

Schwarz

Black

A B C D g

Blau

Blue

A B C d g

Havanna

Chocolate

A B c D g

Feh

Lilac

A B c d g

Japaner

Harlequin

A bj C D ?

Rhön

Magpie

achi bj C D ?

Thüringer

Sooty fawn oder

tortoise (= tort)

A b C D g

Isabell (= Blau Thüringer)

Blue tort (= beige)

A b C d g

Orange (= Havanna Thüringer)

Choc(olate) tort

A b c D g

Separator (= Feh Thüringer)

Lilac tort oder sussex cream

A b c d g

Gelb (= Thüringer Wild)

Orange

A b C D G

Gelb blaubasiert

Fawn

A b C d G

Gelb fehbasiert

cream

A b c d G

Sallander

Seal Point

achi b C D g

Siam

Seal Point

am b C D g

Blaumarder

Smoke (Pearl)

Am B C

Braunmarder

(Siamese-) Sable

am B C D g

Dunkelmarder

Seal

am B C D g

Marder Wild

Ghost chin

am B C D G

Lux (= Feh Wild)

Lynx

A B c d G

Perlfeh (Blau Wild)

Opal

A B C d G

Havanna Wild

cinnamon

A B c D G

Wild

Agouti

A B C D G

Blau-Chinchilla

Squirrel

achi B C d G

Russenfarbig

Black Point Himalayan

oder Black Pointed White

an b oder B C D g

Schwarz Weißgranne

Black Fox

achi B C D go

Schwarzgrannen

Frosty Point

achi b C D G

Loh

tan / marten

…go

 


Zeichnungen / Scheckungen

Deutsch (Zwergwidder)

Englisch (Mini Lop)

Genformel/-kürzel

Einfarbig

Self

k

Mantelschecke

Butterfly

K

Punktschecke

Broken

K

Holländer (Holli)

Split

s

Holländer Ansatz

Vienna Marked (VM)

 

Holli Träger

Vienna Carrier (VC)